Ist die biblische Schöpfungsgeschichte wahr?

Im Jahr 2009 feierte die Wissenschaft den 200. Geburtstag von Charles Darwin und das 150 jährige Jubiläum seiner Evolutionstheorie. Die Evolutionstheorie erklärt die Entstehung und Weiterentwicklung des Lebens und letztlich auch des Menschen ohne Gott, den Schöpfer. Sie verneint damit die Schöpfung durch Gott als Eckpfeiler des biblischen Geschichtsbildes und stellt die Glaubwürdigkeit der Bibel in Frage – Dies erinnert uns an die Frage der Schlange im Paradies an Eva (1.Mose 3,1): „Sollte Gott wirklich gesagt haben,…?“-. Aber nicht nur das; Die Evolutionstheorie stellt gar den Sinn des Lebens in Frage, den „wo der Zufall regiert, gibt es kein Ziel!“ Damit verliert der Mensch seine Orientierung. Die Frage nach dem woher, wozu und wohin kann nicht mehr verlässlich beantwortet werden.

Eine besonders schlimme Umkehrung der biblischen Wahrheiten besteht in dem evolutionistischen Gedanken, dass für die Weiterentwicklung des Lebens der Tod eine Grundvoraussetzung ist, gewissermaßen als etwas Positives und Notwendiges dargestellt wird. Hierin wird besonders deutlich, dass es keine Vereinbarung zwischen Evolution und biblischem Glauben geben kann, denn die Bibel bezeugt eindeutig, dass der Tod erst durch die Sünde in die Welt gekommen ist und der große Feind des Menschen ist. Der Sündenfall macht Jesu Opfertod und Heilstat auf Golgatha erst notwendig. Erst durch die Auferstehung des Gottessohnes Jesus Christus konnte der Tod überwunden werden. Nun ist wieder wahres Leben in der Gemeinschaft mit Gott durch Jesus möglich.

Wie weitreichend die Auswirkungen dieser Theorie heute sind, kann jeder selbst in seinem direkten Umfeld erkennen. Nicht nur die Wissenschaft, sondern auch das Denken des „normalen“ Menschen ist heute, meist schon vom Kindergarten an, geprägt durch die Gedanken der Evolutionstheorie. Es ist und bleibt eine Theorie. Auf Basis von nachvollziehbaren wissenschaftlichen Ergebnissen wird ein theoretisches Gedankengebäude aufgebaut. Wirkliche Beweise lassen sich bis heute wissenschaftlich nicht nachweisen. Die theoretischen Gedanken werden jedoch trotzdem als gegeben hingenommen und nicht mehr hinterfragt.

Vor diesem Hintergrund soll untersucht werden, wie das NT die biblischen Berichte von der Schöpfung aus dem ersten Buch Mose sieht und bewertet. Sind diese Berichte wörtlich zu verstehen und glaubwürdig oder bloß Fabeln und Erzählungen, die – wie auch immer – gedeutet werden müssen?

Die Zusammenstellung enthält die Bezüge auf den Schöpfungsbericht im NT und listet diese tabellarisch, geordnet nach der Reihenfolge der Bücher im NT, auf.

Tabelle mit Verweisen im NT zu der Schöpfungsgeschichte in 1.Mose

Die Aufstellung belegt eindrucksvoll die wörtliche Glaubwürdigkeit der Berichte aus den ersten Mosebüchern. Nicht nur die Apostel, sondern auch Jesus Christus selbst, nehmen diese Berichte wörtlich als wahr an – Können wir das dann nicht auch ohne Probleme tun?

Die Schöpfung weist auf einen Schöpfer hin (vgl. z.B. Ps.19,1-7; Röm.1,18-20)[1]. Sie ist eine Offenbarung Gottes gegenüber dem Menschen und damit eine Grundlage des Glaubens. Weiterhin sind wichtige christliche Lehren auf der Basis der Schöpfungsberichte aufgebaut (z.B. das Geheimnis der Einheit der Gemeinde als Leib Christi in Verbindung mit der Einheit von Mann und Frau, Eph.5,30-32).

Eine zum Verständnis wichtige Voraussetzung ist allerdings in Hebr. 11,3 aufgeführt:

Durch Glauben verstehen wir, dass die Welten durch Gottes Wort bereitet worden sind, so dass die Dinge, die man sieht, nicht aus Sichtbarem entstanden sind.

Das Wort Gottes ist die Grundlage der Verkündigung, die Verkündigung die Grundlage des Glaubens (Röm.11,17). Durch Glauben dienen wir Gott (APG.24,14).


[1] Jacob Thiessen, „Biblische Glaubenslehre“, Seite 9